PALLIATIVE NEWS APRIL 2018
Liebe Leserinnen und Leser
Der Mai ist zwar noch nicht da, aber wir wissen bereits: Er macht alles neu. Das ist natürlich übertrieben, aber zumindest wird er der Stadt Zürich eine neue Palliativstation in einem Spital bescheren. Mehr dazu in diesem Newsletter und auf pallnetz.ch. Zunächst aber stecken wir noch im April und dieser bietet zumindest eine sehr interessante Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen Palliative Care, Notfallmedizin und Intensivmedizin. Sie findet am 26. April über Mittag im Universitätsspital Zürich statt. Wir freuen uns, wenn wir Sie dort antreffen.
Netzlunch: Diskussion über Mittag
Palliative Care, Notfallmedizin und Intensivmedizin
Netzlunch April
Am Donnerstag, 26. April 2018 diskutieren wir über Mittag im Universitätsspital Zürich: Mit Stefan Obrist, ärztlicher Leiter Kompetenzzentrum Palliative Care, Markus Feuz, Pflegeexperte Kompetenzzentrum Palliative Care, Peter Steiger, Leiter Intensivstation für Traumatologie und Intensivstation für Brandverletzte, Dagmar Keller Lang, Direktorin Institut für Notfallmedizin und Patrik Honegger, Leiter Pflege Institut für Notfallmedizin vom USZ. Sie erörtern die Zusammenarbeit von Palliative Care, Notfallmedizin und Intensivmedizin, identifizieren Probleme und denken über Lösungsansätze nach. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Beim anschliessenden Lunch bietet sich die Gelegenheit zum informellen Austausch. Die Veranstaltung richtet sich an Fachpersonen aus allen Bereichen der Palliative Care. Anmeldung erwünscht.
Aktuelle Studie des BAG zu Palliative Care
«Die Nationale Strategie wurde noch zu wenig umgesetzt»
Monika Obrist
Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des BAG finden vier von fünf Personen in der Schweiz, dass Palliative Care allen schwerkranken und sterbenden Menschen zur Verfügung stehen sollte. Den Begriff «Palliative Care» kennen knapp 60 Prozent der Schweizer_innen. Vor neun Jahren wurde eine vergleichbare Studie durchgeführt. Damals kannten noch weniger als 50 Prozent Palliative Care. Monika Obrist, Geschäftsleiterin von palliative zh+sh und Präsidentin von palliative ch, ist von diesem Anstieg nicht beeindruckt. Sie sagt: «Wenn man bedenkt, dass zwischen den beiden Befragungen fünf Jahre lang eine Nationale Strategie gelaufen ist, mit einem Handlungsfeld unter dem Titel „Sensibilisierung“, müsste der Anteil derer, die Palliative Care kennen heute höher sein.» Ihrer Meinung nach zeigt dieses Ergebnis vor allem, dass die «Nationale Strategie Palliative Care» bisher nicht genügend umgesetzt wurde.
Neues Zentrum für Palliative Care im Zürcher Stadtspital Waid
«Die Unterstützung ist unerwartet gross»
Roland Kunz und Verena Gantenbein
In rund zwei Wochen wird die Stadt Zürich um ein Palliative-Care-Kompetenzzentrum reicher sein. Das Stadtspital Waid eröffnet eine spezialisierte Station und füllt damit eine Lücke, sind Roland Kunz und Verena Gantenbein überzeugt. Die beiden werden das Zentrum gemeinsam leiten und haben sich für pallnetz.ch noch vor der Eröffnung Zeit genommen. Im Interview sprechen sie über den Weg bis zur Eröffnung, ihre Pläne, Herausforderungen und Befürchtungen. «Das Schlimmste wäre, wenn wir das Zentrum eröffneten und es kämen keine Patienten», sagt Kunz. Mit dieser Befürchtung spricht er nicht einen möglicherweise tieferen Bedarf an, sondern die Schwierigkeit, das Angebot unter Spezialistinnen und Spezialisten bekannt zu machen. Er und Gantenbein schwärmen aber auch von der grossen Unterstützung, die sie inner- und ausserhalb des Spitals schon erfahren haben und machen sich Gedanken über die palliative Versorgung in der Stadt und der Region. Gantenbeins Vision: «Es gibt ein Palliative-Care-Versorgungsnetz ohne Lücken und Fallstricke.»
Generalversammlung
Der Vorstand ist vollzählig
Co-Präsidentin Ilona Schmidt an der GV 2018
Am 9. April fand die Generalversammlung 2018 von palliative zh+sh statt. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, neu wählten die Mitglieder Claudia Dobbert in den Vorstand. Auch die Delegierten für die Versammlung von palliative ch wurden wiedergewählt. Die Co-Präsidentin Ilona Schmidt und die Geschäftsleiterin Monika Obrist berichteten über die Aktivitäten von palliative zh+sh, die teilweise auch das neue Vereinsjahr betreffen. Ab sofort werden auf der Geschäftsstelle ACP-Beratungen angeboten und in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich arbeitet man dran, die Angebote zu verbessern und lückenlos zu vernetzen.
Dr. med. Barbara Loupatatzis sprach in ihrem Referat über das neue «Nationale Rahmenkonzept gesundheitliche Vorausplanung mit Schwerpunkt Advance Care Planning».
Menschen in der Palliative Care
Fünf Fragen an…
Markus Feuz
Die neue Kurzinterview-Serie geht weiter: Auf pallnetz.ch wurden in den letzten Wochen Interviews mit Markus Feuz, Margarete Reisinger und Regula Gasser publiziert. «Die Patienten kommen bei mir immer zuerst. An zweiter Stelle kommen meine Mitarbeitenden», sagt Markus Feuz, der am Universitätsspital Zürich arbeitet. Und Margarete Reisinger von Onko Plus betont, Palliative Care sei «niemals eine Ein-Frau-Show», sondern es brauche ein gutes Netzwerk aus verschiedenen Fachpersonen und Freiwilligen. Unter dem Titel «Fünf Fragen an…» richten wir regelmässig dieselben fünf Fragen an Fachpersonen und Freiwillige aus der Palliative Care in der Region. Wer unsere fünf Fragen auch beantworten möchte oder eine Person für das Kurzinterview zu empfehlen hat: Wir freuen uns über Vorschläge an redaktion@pallnetz.ch.
Berichterstattung im März
Medienschau
Medienschau
Die aktuelle Medienschau zeigt das breite Spektrum der Berichterstattung über Palliative Care im März. Thematisiert wurden der Mangel an Hospizplätzen, die Herausforderungen rund um die Patientenverfügung, Überversorgung am Lebensende, das Reden übers Sterben oder politische Massnahmen zur Förderung der Palliative Care. Eine lesenswerte Rundum-Schau, wie immer mit kurzen Zusammenfassungen und Links zu den Originalbeiträgen.